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dationsprozess einfach zu, beginnt der mobile Untersatz an allen Ecken und Kanten zu rosten. Bald schwächeln die ersten Teile, andere fallen aus, manche sind schon nach Monaten vom Rost zerfressen. Je nach Klima und Witterung verwandelt sich ein nagelneues Auto nach 4 bis 6 Jahren in eine unansehliche Rostkarre. Sie hat drastisch an Wert ver- loren. So kann es kommen, so muss es aber nicht sein.
Ein Blick zu den Oldtimern gibt Aufschluss. Gut geschützte Veteranen der Pionierzeit des Autobaus haben nicht nur den Krieg überlebt, sondern auch den Angriffen der freien Radi- kale gestrotzt. So mancher Horch und Maybach, gebaut zwischen 1921 und 1930, sieht zwar viel rustikaler, aber auch gepflegter und gesünder aus als ihre sechzig Jahre jüngeren Kollegen von Toyota und Renault.
Das Zauberwort für Mensch, Tier und Gerät heißt Rostschutz. Für die Lebewesen hat die Natur eine Menge “Anti-Rostmittel” erfunden. Sie werden uns fast schon auf dem Silbertablett serviert. Diese Antioxidantien sollen uns vor Krankheiten und vor einer allzu raschen Alterung schützen.
Wie aber dankt das zweibeinige Lebenswesen dem Angebot der Natur? Es greift nur spärlich zu oder total daneben. Der moderne Mensch setzt seinen Körper bewusst und oft stun- denlang der Rostbildung aus und nennt das Ganze para- doxerweise “gesunde” Bräune.
Wie viele Zellen von solchen Attacken durch aggressive Moleküle zerstört werden, wie schmerzhaft ein Sonnenbrand auch sein mag, die Vernunft wird rasch einem fehlgeleiteten Schönheitsideal geopfert. Für 14 Tage Bräune wird jede Menge Gesundheit aufs Spiel gesetzt.
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